Ukraine
EU-Kommission schlägt Öl-Embargo gegen Russland vor

Seit Wochen wird in der EU darüber diskutiert, ob ein Ölembargo gegen Russland verkraftbar wäre. Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen gibt jetzt eine klare Antwort. Nun sind die Mitgliedstaaten am Zug.
Publiziert: 04.05.2022 um 06:54 Uhr
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Aktualisiert: 04.05.2022 um 11:22 Uhr

Unternehmen aus Deutschland und den anderen EU-Staaten sollen in Zukunft kein russisches Öl mehr importieren dürfen. Das sieht der Vorschlag der EU-Kommission und des Europäischen Auswärtigen Dienstes für ein neues Paket mit Russland-Sanktionen vor.

Übergangsfrist von 6 Monaten

Um den Ländern Zeit für die Umstellung zu geben, soll es Übergangsfristen geben, wie die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel in der Nacht zum Mittwoch von mehreren Beamten erfuhr.

Konkret ist geplant, dass nach einer Auslaufphase von sechs Monaten ein Einfuhrverbot für Rohöl gelten soll und nach einer Auslaufphase von acht Monaten dann auch ein Einfuhrverbot für Ölprodukte.

Die EU-Kommission unter dem Präsidium von Ursula von der Leyen gibt grünes Licht für eine Öl-Embargo. (Archivbild)
Foto: KENZO TRIBOUILLARD

Ausnahmen für Ungarn und Slowakei

Eine Rolle soll zudem spielen, ob Lieferungen per Pipeline oder per Schiff erfolgen. Weitreichende Ausnahmeregelungen sind den Informationen zufolge nur für Ungarn und die Slowakei geplant.

Diese beiden EU-Länder beziehen derzeit noch einen Grossteil ihres Ölbedarfs aus Russland und sehen sich auch wegen eines fehlenden Meereszugangs nicht in der Lage, so schnell wie andere alternative Lieferquellen zu erschliessen.

Weitere Strafen für russische Unternehmen

Neben dem Öl-Embargo umfasst der Vorschlag der zuständigen EU-Institutionen auch neue Strafmassnahmen gegen Unternehmen. Unter letzteren sind demnach die grösste russische Bank, die Sberbank, sowie zwei andere Banken und TV-Sender, die gezielt Falschinformationen zum Ukraine-Krieg verbreiten.

(SDA)

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