Die weissen Strände sind jetzt rote Zone
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Kein Oster-Boom:Die weissen Strände von Sardinien sind jetzt rote Zone

Sardinien ist keine coronafreie Insel mehr
Die weissen Strände sind jetzt rote Zone

Die neue Corona-Freiheit hielt nur drei Wochen. Die Ferieninsel durfte Anfang März wegen niedriger Inzidenz grosszügig lockern. Jetzt nehmen die Corona-Neuinfektionen wieder zu – und Sardinien wird zu Ostern wie der Rest Italiens zum Sperrgebiet.
Publiziert: 21.03.2021 um 18:53 Uhr
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Aktualisiert: 09.04.2021 um 11:52 Uhr
Myrte Müller

Der erste März machte Hoffnung. Weil die Corona-Inzidenz auf Sardinien zu jenem Zeitpunkt unter 30 Fälle je 100 000 Einwohner fiel, wurde die Region zur weissen Zone erklärt. Restaurants und Läden öffneten. Die Menschen strömten auf die Piazze, bevölkerten Cafés, Gassen und Promenaden (BLICK berichtete). Touristen waren willkommen. Endlich! Man freute sich auf die Ostersaison. Auch so mancher Italien-Fan aus der Schweiz plante die Festtage am türkisfarbenen Meer.

Nur drei Wochen dauerte der Traum von Normalität. Jetzt ist er geplatzt. Ab morgen Montag wird Sardinien wieder orange und an Ostern sogar tiefrot. Der Grund: Die Corona-Neuinfektionen schnellen wieder in die Höhe. Wie der Rest Italiens herrscht auch auf Sardinien bis zum 6. April 2021 ein strenger Lockdown.

Lockdown kein Vergnügen für Touristen

Die Hotels sind zwar offen, doch alles andere macht dicht: Restaurants, Bars, Clubs, Boutiquen, Museen, Freizeitparks. Touristen bleibt allenfalls das hoteleigene Restaurant. Die Bleibe darf nur für kurze Spaziergänge rund ums Haus verlassen werden, zum Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten oder für einen Arztbesuch. Sonnenbaden am Strand? Picknick in den Bergen? Verboten! Von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens gilt zudem eine Ausgangssperre. Kein wirkliches Vergnügen für Touristen.

Die Ferienanlage Santo Stefano Resort stand schon einmal unter Quarantäne. Um solche Hotspots über Ostern zu vermeiden, wird Sardinien über die Festtage sogar zur roten Zone erklärt.
Foto: zVg
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Da hilft auch nicht das eigene Ferienhäuschen auf der Insel. Denn das darf man nicht benutzen. Aus Angst vor einem Ansturm auf die 223'000 Ferienwohnungen der Insel erlaubt die Region nur Einheimischen eine eingeschränkte Nutzung ihrer Zweitwohnsitze.

Sardinien-Reisende könnten an der Grenze abgewiesen werden

Wer trotz aller Spassbremsen dennoch nach Sardinien reisen will, sollte den Flieger nehmen. Im Gepäck natürlich entweder den vorgeschriebenen, frischen und negativen Corona-Test oder den Impfpass. In der roten Zone ist das Verlassen einer Region ohne triftigen Grund nicht erlaubt – und Ferien machen ist kein solcher. Jeder, der mit dem Auto oder mit der Bahn nach Italien einreist, muss in der Grenzregion bleiben. Gibt er an der Grenze als Reiseziel Sardinien an, kann es sein, dass er nicht ins Land gelassen wird. Denn die Durchfahrt wird in der neuen roten Zone nicht mehr toleriert. Ansonsten gilt: ein Meter Abstand auch im PKW. Auf dem Töff kann nur mitfahren, wer zum gemeinsamen Haushalt gehört.

Wer es über den Grenzübergang und vielleicht auch noch auf eine Fähre schafft, der darf sich dann auf Sardinien nicht erwischen lassen. Eine Herausforderung, denn der Präsident der Inselregion hat über Ostern 5500 Polizisten für Covid-Kontrollen abgestellt. «Es läuft keine Jagd auf Fremde, sie sind alle willkommen in Sardinien», versichert Christian Solinas (44) gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa. «In diesem Moment aber müssen wir die Sicherheit der Sarden garantieren.»

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